Wie sind wir nach Umbrien gekommen

1989 waren Nico und ich das erste Mal gemeinsam mit Freunden in Italien. Wir hatten ein Appartement in der Toscana und beschlossen eines Tages, nach Orvieto zu fahren, um dort den berühmten Dom zu besichtigen. Doch zunächst wollten wir eine ehemalige Kollegin von uns besuchen. Sie wohnte in der Nähe von Orvieto, also haben auf der detaillierten Karte von Umbrien die Stadt Ospedaletto gesucht und uns auf den Weg gemacht! Als wir in dem Dorf Ospedaletto ankamen, stellten wir fest, dass die Suche nach einer Adresse etwas anders funktioniert, als in den Niederlanden. Nirgendwo fanden wir einen Straßennamen, aber glücklicherweise entdeckten wir eine Frau in ihrem Garten. Also fragten wir sie, wo wir eine große blonde Holländerin finden könnten. Keiner von uns sprach Italienisch, aber sie hat uns zum Glück verstanden und im "Rap"-Italienisch erklärt, wie wir zu dem Haus kommen.

Nach dem Dorf sollten wir links in einen unbefestigten Waldweg biegen und dann den ersten Weg nach rechts. Wir begaben uns also mutig auf die Suche. Der Waldweg war schnell gefunden, aber der Weg nach rechts war nicht so eindeutig und sehr eng und es war unklar, ob wir irgendwohin gelangen würden. Aber wo du reinkommst, kannst du auch wieder raus, war unser Gedanke.

Nach einer aufregenden Berg- und Talfahrt auf dem unübersichtlichen Weg, erschien plötzlich ein Haus aus dem Nichts. Und heraus kam tatsächlich unsere Kollegin. Natürlich fiel sie von einer Überraschung zur nächsten. "Du hier? Ja Wahnsinn, was machst du denn hier? Und du auch? Wie schön und wie lang ist es her? Kommt, ich mache Kaffee und ich stelle euch meinem Mann vor. Die Kinder kommen gleich aus der Schule, ich muss also was zum Essen kochen. Esst ihr mit? "

Wir sind nie wieder nach Orvieto gekommen. Es stellte sich heraus, dass sie und ihr Mann kürzlich zwei Gebäude gekauft haben, von denen sie eines wieder verkaufen mussten, um das andere ausbauen zu können. An diesem Nachmittag haben wir uns alle Zeichnungen der geplanten Bauarbeiten auf beiden Farmen angeschaut und natürlich die Ruinen besichtigt.

Die Farm, die sie behalten wollten, bestand aus zwei Häusern am Waldrand, die durch einen Bogen verbunden waren. Und die Farm Polmone, für die es bereits einen Käufer gab, lag auf einem Hügel. Zu allen Seiten völlig frei mit einem Rundumblick über ein Tal und erst weit hinten wieder Hügel. Und das alles im orangefarbenen Abendlicht am Ende eines schönen Herbsttages. Wir waren beeindruckt und haben nicht wirklich verstanden, warum sie sich für die andere Farm entschieden haben. Polmone hatte eine ganz besondere, fast mystische Atmosphäre.

Zwei Wochen später, als ich gegen 7 Uhr von der Arbeit nach Hause kam, erzählte mir Nico, dass am Nachmittag die Italiener angerufen hätten, um sich zu bedanken, weil wir vorbeigekommen seien und dass es so nett gewesen wäre, etc. Und am Ende der Unterhaltung ließ sie beiläufig fallen, dass der Verkauf von Polmone nicht vollzogen wurde. Die Frau, die ein Restaurant eröffnen wollte, hatte davon Abstand genommen. Probleme in der Familie, nicht die richtige Zeit, kurz: Der Verkauf hat nicht stattgefunden.

'Sollen wir es kaufen?", sagte Nico.

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